Historie

Bis zum Jahr 2025 wird die Einwohnerzahl im Landkreis Wittenberg um weitere 23 Prozent abnehmen (Basisjahr: 2008). Die Bevölkerungsdichte verringert sich auf 56 Einwohner je km2. Der Anteil der 65jährigen (und älter) an der Gesamtbevölkerung erreicht dann 35 Prozent. Für die nachhaltige Raumentwicklung und die Wahrung gleichwertiger Lebensverhältnisse in allen Teilräumen werden belastbare Kooperationsstrukturen zwischen den Kommunen unabdingbar. Mit dem Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (ILEK) aus dem Jahr 2006 verfügt der Landkreis über ein regionales Leitbild („Demografischen Wandel als Chance für Entwicklung und Innovation nutzen!“). Es diente als strategischer Ausgangspunkt für die Bildung eines Runden Tisches zur Sicherung der Daseinsvorsorge im Zuge des demografischen Wandels. Dabei wird auf bewährte Kooperations- und Managementstrukturen sowie erfolgreiche Formen von Partizipation und Öffentlichkeitsarbeit im Landkreis Wittenberg und in der Region zurückgegriffen.

Die wirtschaftliche (und mitunter auch die technische) Tragfähigkeit von Infrastruktureinrichtungen ist im Landkreis in vielen Orten gefährdet. Gemeinsames Handeln von Kommunen kann ein weiter abgleitendes Versorgungsniveau aufhalten und/oder kompensieren. Der Aufbau einer belastbaren (und zugleich freiwilligen) Kooperationsstruktur zwischen den neun Städten und dem Landkreis bildete den Ausgangspunkt für die Bildung des Runden Tisches Wittenberg I Runder Tisch Demografie.

Ziel ist es, die interkommunale Zusammenarbeit bei der Gestaltung des demografischen Wandels zu stärken. Exemplarisch wendet sich der Runde Tisch den Infrastrukturfeldern Kindertagesstätten/Schulen, ÖPNV und kommunale Gemeinschaftseinrichtungen sowie dem Thema der medizinischen Notfallversorgung zu. Nach Abschluss des vom Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt unterstützen Projektes (2012/2014) führt der Runde Tisch seine Arbeit eigenständig weiter.

Die kommunale Gebietsstruktur hat sich auch im Landkreis Wittenberg in den zurückliegenden Jahren grundlegend verändert. Jetzt decken nur noch neun Städte das Kreisgebiet ab. Darin wird eine Chance gesehen, nunmehr demografiebedingte infrastrukturelle Anpassungsprozesse anzustoßen. In Form des Runden Tisches Demografie der neun Städte und des Landkreises soll die Sicherung der Daseinsvorsorge in Angriff genommen werden.

Hintergrund ist der Umstand, dass sich bereits jetzt in vielen Bereichen der Daseinsvorsorge die Grundversorgung mit unverzichtbaren öffentlichen Leistungen als kompliziert gestaltet und in Zukunft gefährdet sein könnte. Mit dem prognostizierten Bevölkerungsrückgang werden die Tragfähigkeitsgrenzen für die soziale und technische Infrastruktur erreicht. Gemeinsames Handeln ist zwingend erforderlich. Die Zusammenarbeit von Kommunen (interkommunale Kooperation) gewinnt bei der Lösung von Problemen und Folgewirkungen des demografischen Wandels folglich an Bedeutung. Die von Bund und Land in der zurückliegenden Dekade initiierten modellhaften Vorhaben folgen dem Grundmuster, wonach gemeinsames Handeln Probleme eher lösen kann, als wenn jede Kommune eigenständige Lösungsansätze entwickelt.

Die im Jahr 2010 in Sachsen-Anhalt abgeschlossene kommunale Gebietsreform schafft somit günstige Voraussetzungen, um auf Verwaltungsebene Kooperationsprozesse zwischen benachbarten Kommunen einzuleiten. Für den Landkreis Wittenberg bedeutet dies, dass  e i n Forum (Runder Tisch) von lediglich zehn Akteuren (Oberbürgermeister, Bürgermeister/in, Landrat) das gesamte Territorium vertreten kann. Diese Chance wurde mit der Bildung des Runden Tisches im Herbst 2012 zu Fragen der Gestaltung des demografischen Wandels genutzt. Unmittelbare Zielgruppe des Runden Tisches sind Oberbürgermeister / Bürgermeister/innen und der Landrat im Landkreis Wittenberg. Die Ergebnisse der Arbeit des Runden Tisches kommen den Bewohnerinnen und Bewohnern des Landkreises zugute.

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