Hintergrund

Daten und Fakten besprechen eine unmissverständliche Sprache: Die Städte im Landkreis Wittenberg (und damit auch der Landkreis insgesamt) schrumpfen und überaltern. Allein im Zeitraum von 2008 (Basisjahr) bis zum Jahr 2025 wird die Einwohnerzahl des Landkreises um weitere 23 Prozent abnehmen. Dann werden noch rd. 108.000 Menschen in der neun Einheitsgemeinden leben (Basisjahr 2008: rd. 140.800). Die Dramatik des demografischen Umbruchs wird vor allem durch die Verschiebung der Alterszusammensetzung in den Kommunen sichtbar. So wächst der Anteil der 65-jährigen und Älteren am Anteil der Bevölkerung des Landkreises insgesamt von 24,8 Prozent (2008) auf 35,0 Prozent (2025). Der Anteil der unter 20-jährigen geht weiter zurück (14,3 %, 13,6 %).*

Vor diesem Hintergrund besteht die Gefahr, dass die Infrastruktur erodiert, weitere Schulen und Läden schließen, der öffentliche Nahverkehr sich weiter zurückzieht. Die Aufrechterhaltung der Infrastruktur bei rückläufiger Bevölkerung lässt den Kostendruck steigen. Im Zuge von Modellprojekten auf Bundes- (u.a. Demografischer Wandel – Zukunftsgestaltung der Daseinsvorsorge in ländlichen Regionen) und Landesebene (u.a. Ländliche Lebensmodelle junger Menschen und Familien in Sachsen-Anhalt, Demografie-Coaching) wurden und werden Anstöße gegeben, um zu ergründen, welche Reaktionsmuster die größte Aussicht auf Erfolg im Hinblick auf die Anpassung an den demografischen Wandel haben könnten.

Diese Vorhaben allein können jedoch (offensichtlich) die gewünschte „Veränderungskultur“ nicht allein bewirken. Im Wissen um die Langfristigkeit demografischer Prozesse und die – gegenüber kurzfristig angelegten Aussagen der Wirtschaftsforschung zur konjunkturellen Entwicklung – hohe Zuverlässigkeit demografischer Prognosen, brauchen die betroffenen Regionen vor allem eines: Zuversicht. Dazu sollen Erfolg versprechende methodische Ansätze aus Regionen übertragen werden, die vor ähnlich negativen „Aussichten“ standen. Vor diesem Hintergrund konzentriert sich der Runde Tisch Wittenberg auf drei Handlungsbereiche:

  • Kompetenzen/Engagement bündeln: Verantwortungsgemeinschaft aufbauen
  • Demografische Risiken erkennen: Anpassungsstrategie entwickeln 
  • Praktische Veränderungen bewirken: Nachhaltige Projekte anstoßen 

* Alle Angaben zur prognostizierten Bevölkerungsentwicklung aus:  5. Regionalisierte Bevölkerungsprognose für das Land Sachsen-Anhalt, 2008-2015 / in: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt / www.statistik.sachsen-anhalt.de

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